Unsere einzigartige Natur in ihrer Pflanzenvielfalt bewahren

Orchideen als Sinnbild des Schönen und Seltenen im Naturpark Südeifel.

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Es gibt kaum eine attraktivere Pflanzenart als die wildwachsende Orchidee. Der Naturpark Südeifel gehört zu den an Orchideen reichsten Gebieten in Deutschland, er verfügt über seltene und streng geschützten Orchideenarten. Im Naturpark existieren von den etwa 60 in Deutschland verbreiteten Arten noch 30. Die Fundgebiete dieser aus dem Mittelmeergebiet und angrenzenden Regionen stammenden Orchideen sind die Halbtrockenrasen, meist dem Wald vorgelagerte Abhänge in Südlagen mit mildem Lokalklima. Aber auch in Orchideen-Buchenwäldern und auf Feuchtwiesen des Naturparks findet man bestimmte Orchideenarten.

Seit einigen Jahrzehnten ist es unverkennbar, dass Orchideen und viele ihrer Begleitpflanzen immer seltener werden. Fast nur noch in Schutzgebieten konnte dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Die meisten unserer heimischen Orchideen sind bis auf wenige Ausnahmen Licht liebend und benötigen magere Standorte. Werden die Wiesen jedoch gedüngt, wie in den letzten Jahrzehnten in immer stärkerem Maße durchgeführt, überwachsen die dichter und höher wachsenden Gräser die Orchideen. Außerdem liegen viele Flächen brach, was zu großflächigen Verbuschungen geführt hat und die besonders Licht liebenden Arten ebenfalls absterben ließ. Orchideenschutz ist also vor allem Biotopschutz! Magerwiesen und -weiden auf Kalk und auf sauren Böden, Borstgrasrasen, Feuchtwiesen und nasse Streuwiesen sind Relikte unserer früheren Kulturlandschaft, die erhalten bleiben müssen, wollen wir uns auch in Zukunft an der Schönheit der Orchideen und anderer Wildblumen erfreuen. Zudem ist es wichtig, beim Betreten eines Orchideen-Biotops keinen Schaden zu verursachen. Die filigranen Pflanzen dürfen weder zertreten noch gepflückt werden. Ausgraben und Umpflanzen sind ebenfalls verboten und zudem sinnlos. Denn Orchideen sind mit ihrem Standort tief verwurzelt, sie bilden eine Symbiose mit den sogenannten Mykorrhiza-Pilzen, ohne deren Nährstoffe die Samen der Orchideen nicht keimen können. Sie können daher nur an dem Standort wachsen, an dem der für sie notwendige Wurzelpilz lebt. Ein Ausgraben und Umpflanzen der Orchideen führt zu einem Absterben dieser Wurzelpilze.

Wer sich über die im Naturpark heimischen Arten informieren will, kann die reich bebilderte Broschüre zum Orchideenschutz in der Südeifel mit den Steckbriefen der 30 heimischen Arten beim Zweckverband Naturpark Südeifel kaufen für 3,50 Euro oder unter www.naturpark-sudeifel.de runterladen. Außerdem ist ein 3D-Buch mit stereoskopischen Orchideen-Bildern beim Zweckverband erhältlich für 7,50 Euro.

Über den Naturpark Südeifel:

Der Naturpark Südeifel ist ein Schutzgebiet mit einer Fläche von 432 Quadratkilometern in der Eifel, das sich wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und dem damit verbundenen Artenreichtum der hier beheimateten Flora und Fauna für ein intensives Naturerleben besonders eignet. Er gehört zu den attraktivsten Landschaften Deutschlands, diese sind durch 16 Nationalparke, 18 Biosphärenreservate und 104 Naturparke geschützt. Natur ist dabei nicht nur Kulisse für touristische Aktivitäten, sondern Grundlage für einen großen Bereich des Tourismus. Denn diese als Nationale Naturlandschaften bezeichneten Schutzgebiete halten für touristische Gäste und Einheimische viele nachhaltige Möglichkeiten bereit, Natur zu erleben und sich in ihr zu erholen, ohne die Natur-Werte zu gefährden.