Modellprojekt BNE in den Naturparken - Naturpark Südeifel

 Das Modellprojekt „BNE in den Naturparken Rheinland-Pfalz“ knüpft an das Vorgängerprojekt „Naturpark-Kita / Naturpark-Schule“ an, das seit 2018 insbesondere in den Eifel-Naturparken (Naturparke Nord- und Südeifel) wichtige Grundlagen geschaffen hat – von tragfähigen Kooperationen mit Kitas und Schulen bis hin zu erprobten Angebotsformaten und Zertifizierungsstrukturen. Die Eifel-Naturparke gehörten dabei bundesweit zu den frühen Naturparken, die beide Formate („Naturpark-Kita“ und „Naturpark-Schule“) umgesetzt haben.

Modellcharakter BNE in den rheinland-pfälzischen Naturparken Phase 1 und Phase 2

Das aktuelle Projekt hat bundesweiten Modellcharakter, da die Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt gezielt genutzt werden, um landesweit in allen rheinland-pfälzischen Naturparken BNE-Fachkraftstellen einzuführen und zugleich die Verstetigung dieser Strukturen vorzubereiten. Ausgenommen hiervon ist der Naturpark Nassau, dort befindet sich die Bildungsarbeit noch im Aufbau.

Im Kern geht es darum, Naturpark-Bildungsarbeit in Rheinland-Pfalz so weiterzuentwickeln, dass sie:

  • qualitativ vergleichbar und verlässlich anschlussfähig an Kitas und Schulen in RLP ist,
  • sich an einem gemeinsamen Leitbild orientiert und
  • die Prinzipien einer modernen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) konsequent umsetzt (u. a. im Sinne des Qualitätssiegels „BNE Zertifiziert – Zukunft Bilden“).

Projektphasen

  • Phase 1 -             bis Nov. 2025: Aufbau, Entwicklung und Erprobung von Angeboten und Modulen (u. a. natürlicher Klimaschutz) sowie Ausbau von Kooperationen mit Naturpark-Kitas/-Schulen
  • Phase 2 -             seit Dez. 2025: Vertiefung und Qualitätsausbau; Brücke zur Verstetigung: Strukturentwicklung (z. B. Referentennetzwerk) und systematische Qualifizierung

Phase 1  abgeschlossen: landesweite BNE- Grundlagen und regionale Ausgestaltung

Die erste Projektphase ist abgeschlossen. In BNE1 wurden zugleich landesweite Grundlagen gelegt und die Bildungsarbeit in den einzelnen Naturparken geschärft.

Landesweit (Rheinland-Pfalz) stand im Vordergrund: die Einführung und Etablierung gemeinsamer Strukturen und Standards, damit BNE-Angebote in den Naturparken nachhaltig weiterentwickelt und abgestimmt werden können.

Gemeinsame Entwicklung der Rheinland-Pfälzischen Naturpark-Bildungsmodule zu natürlichem Klimaschutz: Kita-Spiel „Rudi Regenwurm“ und „Schulhof-Check“

In den RLP-Naturparken wurden zwei altersgerechte Bildungsmodule entwickelt, die Kindern einen handlungsorientierten Zugang zu den Themen Boden, Ökosystem und Klima eröffnen. Beide beginnen mit einer Geschichte rund um Rudi Regenwurm, die als roter Faden durch die Einheit führt.

Das Kita-Spiel vermittelt spielerisch die Bedeutung gesunder Böden und Ökosysteme. Durch ein Brettspiel mit Ereigniskarten erfahren Kinder, wie Trockenheit, Regen oder Bodenversiegelung Pflanzen, Tiere und Menschen betreffen. Es fördert Verantwortungsbewusstsein, Neugier und erste systemische Denkansätze.

Der Schulhof-Check richtet sich an Grundschulen. Rudi und das Menschenkind Kim erkunden gemeinsam die Schulhöfe der Naturparkschulen in RLP. In einer Rallye bewerten die Kinder Bodengesundheit, Biodiversität und Mikroklima. Beobachtungen und kleine Experimente helfen, Stärken und Schwächen zu erkennen und Ideen zur Verbesserung zu entwickeln.

Das pädagogische Konzept setzt auf systemische Didaktik: komplexe Zusammenhänge werden in Geschichten und Handlungen erfahrbar gemacht und nicht in Fachwissen untergliedert und isoliert vermittelt.

Im Mittelpunkt steht der natürliche Klimaschutz: Gesunde Böden und vielfältige Ökosysteme stabilisieren Klima und Umwelt. Die Module nutzen Storytelling, forschendes Lernen und Partizipation, wodurch Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit gestärkt werden.

Beide Module sind lehrplankompatibel und ergänzen bestehende Angebote. Sie werden von Naturpark-Referentinnen und BNE-Fachkräften in Zusammenarbeit mit pädagogischen Einrichtungen durchgeführt. Die Geschichten und Figuren dienen als Dialoganker, sodass Inhalte auch später wieder aufgegriffen werden können.

Die RLP-Module sind eingebettet in das neue Balance-Konzept der Nachhaltigkeitsdidaktik im Naturpark Südeifel. Dieses Konzept stellt die Balance von Mensch und Umwelt ins Zentrum und macht deutlich, dass Nachhaltigkeit immer als dynamisches Gleichgewicht verstanden werden muss. Es verbindet Kopf, Herz und Hand und eröffnet Kindern die Möglichkeit, Naturbeziehungen sowohl kognitiv als auch emotional und praktisch zu erfahren. Dieses Konzept wurde im Rahmen der regional-spezifischen Modulentwicklung in der Südeifel vertieft.

Das regional-spezifische Bildungsmodul für den Naturpark Südeifel: Nachhaltigkeit als Balance verstehen - am Beispiel der Ökosysteme im Naturpark Südeifel

Im Naturpark Südeifel wurde dies regional konkretisiert,  insbesondere über das Leitmotiv „Nachhaltigkeit als dynamische Balance verstehen“ (Systemperspektive: Mensch – Natur – Nutzung) und über die Weiterentwicklung passender Formate innerhalb der Naturpark-Akademie (Schule, Kita, Fortbildung).

Intakte Ökosysteme sind die Grundlage für das Leben auf der Erde. Sie dienen einer Vielzahl an Arten als Lebensraum, versorgen uns mit Nahrungsmitteln, liefern sauberes Wasser und saubere Luft und leisten einen zentralen Beitrag als CO2 Speicher im Rahmen des Klimaschutzes – aber nur, wenn sie ihr dynamisches Gleichgewicht und ihre Artenvielfalt trotz regelmäßigen menschlichen Eingriffen aufrechterhalten können. Dies kann nur gelingen, wenn wir uns als Teil der Ökosysteme verstehen und auch so handeln.

Angelehnt an zentralen Prinzipien der BNE und der UN-Nachhaltigkeitsziele SDG-15 – Leben an Land (Intakte Ökosysteme, Biodiversität und (Klima-)Resilienz ) und SDG-13 – Maßnahmen zum Klimaschutz (natürliche CO2-Speicherung, Klimawandelanpassung von Wäldern und Gewässern) entwickelt der Naturpark Südeifel eine Modulreihe, die „Balance“ als zentrales Konzept hinter dem Begriff Nachhaltigkeit einführt, was als Besonderheit unserer Modulreihe zu verstehen ist.  

Der systemische Ansatz ermöglicht einen niederschwelligen Einstieg in den komplexen Nachhaltigkeitsdiskurs an Beispielen und Lösungsansätzen in der Region der Kinder, ohne die globale Klimakrise oder andere Nachhaltigkeitsdilemmata als überfordernde Drohkulisse in den bereits stark krisengeprägten (Schul-) Alltag einzuführen.

Folgende Module wurden bisher entwickelt und eingesetzt:

  • Mini-Modul (Einstieg und Wiederholung): Balance-Akt Nachhaltigkeit: Ein Geschicklichkeitsspiel das die Vernetzung von Mensch und Umwelt im Naturpark verdeutlicht
  • Modul 1 (1.-3.Klasse): Unordnung ist in Ordnung! – Totholzhabitate im Wald
  • Modul 2 (4.-7. Klasse): Ökosystem Wald: vom Fressen und Gefressen werden – Nahrungsnetze und Balance

Darüber hinaus wurde in Projektphase 1 auch die regionale Zusammenarbeit mit den anderen Eifel-Naturparken vertieft. Die Naturparke teilen sich einen gemeinsamen Naturpark-Referentenpool und Arbeiten auch bei der Durchführung von Fortbildungs- und Akademie-Veranstaltungen zusammen.

Neuer Schwerpunkt in Phase 2: landesweite Qualifizierung der Naturpark-Referent*innen

Ein zentrales neues Element der zweiten Projektphase ist die Entwicklung eines landesweiten Qualifizierungskonzepts für Naturpark-Referent*innen. Damit wird eine gemeinsame Qualitätsbasis gestärkt, sodass Naturpark-Bildungsangebote in Rheinland-Pfalz auf einem vergleichbaren Niveau arbeiten und inhaltlich durchgängig an den Grundsätzen moderner Nachhaltigkeitsbildung ausgerichtet sind.

Ergänzend werden der Auf- und Ausbau eines Referentennetzwerks sowie zielgerichtete Schulungen für Referent*innen und BNE-Fachkräfte systematisch vorangetrieben.

Die Schulungen adressieren die Herausforderungen des modernen Schulalltags und liefern Handlungswissen zum Umgang mit Vielsprachigkeit im Klassenraum, mit herausforderndem Schülerverhalten oder Inklusiven Klassenstrukturen. Aber auch ein Einstieg in die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz und den Möglichkeiten diese in der Naturpark-Bildungsarbeit zu nutzen wird geboten.

Phase 2 -Schwerpunkte 

Die zweite Phase bündelt die Arbeit insbesondere in sechs Entwicklungsfeldern:

  • Qualität sichern: Bestandsmodule überarbeiten und verschriftlichen (BNE-Standard)
  • Naturpark-Kita/-Schule erweitern: mehr Umsetzungen und Formate mit erweiterten Zielgruppen (z. B. Förderschulen, Weiterführenden Schulen, Familien)
  • Strukturen stärken: Referentenpool, Hospitation/Supervision, Teambuilding, Materiallogistik
  • Verstetigung vorbereiten: Mindeststandards, Qualifizierungsbedarf, Kriterien für Quereinsteiger*innen, Eckpunkte modularer Aufbauqualifizierung
  • Fortbildung von BNE-Fächkräften und Referenten in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Herausforderungen des Modernen Schulalltags (Sprachvielfalt, Inklusionsbedarf, Neurodivergenz in der Klasse)
  • Sichtbarkeit erhöhen: landesweite Öffentlichkeitsarbeit und fortlaufende Kommunikation

Kontakt

Kontakt über BNE-Fachkraft Bo Raber
siehe Ansprechpartner ZV NP Südeifel
Zweckverband Naturpark Südeifel

Naturpark-Akademie / Modellprojekt BNE

 

 

 

 

 

 

mehr lesen

Inhalte teilen: