Der Islek, © V. Teuschler

Der Islek

Nordteil des Naturparks Südeifel

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Im Nordteil des Naturparks Südeifel bestimmen die durch die tief eingeschnittenen Täler der Our, der Irsen, der Gay, der Enz und der Prüm voneinander getrennten gegliederten Hochflächen des Islek das Bild der Landschaft. Sie erreichen Höhen von bis zu 570 m und weisen Höhenunterschiede von 100-200 m auf.
In Luxemburg sagt man "Ösling" und in den belgischen Ostkantonen "Eslek". Der Islek ist weniger erschlossen als der Süden des Naturparks Südeifel, was aber den ganz besonderen Charme dieser Ferienregion ausmacht.

Geologie des Islek

Die den Islek aufbauenden Gesteine stammen überwiegend aus dem Unterdevon (Teil des Erdaltertums). Vorherrschend sind die Tonschiefer in verschiedenen Farben und Härten. Die Schiefer sind oft durchsetzt von Grauwacken, Sandsteinen und Quarzitbändern.
Diese Gesteine sind in vielen Steinbrüchen und natürlichen Aufschlüssen (Flusstäler, Weganschnitte) aufgeschlossen, in denen man die Lagerung dieser Schichten gut beobachten kann. Oft sind sie steil gestellt, dann liegen sie wieder horizontal, oft sind sie auf nur wenigen Mertern Abstand stark verbogen. An vielen Stellen kann man noch die Wellenrippeln des 390 Millionen Jahre alten Meeresbodens erkennen – ein flaches Wattmeer.
Bemerkenswert ist, dass diese Gesteine nicht mehr horizontal liegen, wie sie einmal ja ursprünglich abgelagert worden sind. Der Grund hierfür ist eine intensive Gebirgsbildung, die sich während der Zeit des Karbons abgespielt hat. Im gesamten mitteleuropäischen Raum wurden die Schichten zu einem riesigen Gebirge (dem „Variskischen Gebirge“) zusammenfaltet; vergleichbar mit den heutigen Alpen. Was im Islek heute noch zu sehen ist, sind nur noch die Reste dieses ehemaligen Gebirges nach einer langen Verwitterungs- und Abtragungszeit vieler Millionen Jahre.

Böden und Vegetation

Bei den Böden des Isleks handelt es sich meist um skelettreiche, nährstoffarme, flach- bis tiefgründige Lehmböden. In den Tallagen von Our, Irsen und Enz herrschen Aueböden und Auelehmböden vor. Ranker, Braunerden, Anmmorgley und Pseudogleye in den Talbereichen sind die typischen Böden der Islek-Vorstufe.

Die vorherrschende Bodennutzung ist der Ackerbau, Grünland und Mischwald. Die freien Hochflächen werden meist landwirtschaftlich genutzt.
Der Wald stockt meist in den Hanglagen der Täler und auf steilen, landwirtschaftlich nicht zu nutzenden Kuppen. Waldgesellschaften sind der montane Buchenwald und der Eichen-Hainbuchenwald. Eichen-Lohheckenwald findet sich an den Hängen des Enztales und im Ourtal.

Der östliche Islek wird begrenzt durch das landschaftlich reizvolle Mittlere Prümtal. Die Prüm hat sich hier über 100 m tief in die unterdevonischen Tonschiefer eingeschnitten. Da der Talverlauf nur ein geringes Gefälle aufweist, sind überaus starke Mäander entstanden mit einem vielfältigen, abwechslungsreichen System von Prall- und Gleithängen, beginnenden Umlaufbergen und schroffen Spornen.

Morphologie

Die Islek-Vorstufe bildet als schmale von Südwest nach Nordost verlaufende Zone den südlichen Abschluss des Isleks und leitet über in das Bitburger Gutland, indem es vom Islek aus nach Südosten abfällt.
Die Höhenzüge werden von den weiten Tälern des Gaybaches, des Berscheider- und Gecklerbaches sowie der Enz zergliedert. Sie erreichen Höhen von 320 bis 400 m, bei einem Höhenunterschied von bis zu 160 m.

Die Islek-Vorstufe ist ein sehr wichtiges Landschaftselement für den Naturpark-Südeifel – In ihr vollzieht sich der markante Übergang zwischen den den Naturpark prägenden zwei großen Landschaftsräumen: Islek und Gutland mit einem direkt ins Auge fallenden Höhensprung von bis zu 150 m.
Die Gesteine des Mittleren Buntsandsteins (ältester Teil des Erdmittelalters) prägen die Islek-Vorstufe. Sie sind überall leicht zu erkennen. Der hellrote Sandstein ist vielfach aufgeschlossen und bildet in tief eingeschnittenen Tälern steile Felswände.

Der Buntsandstein ist zu wesentlichen Teilen keine Ablagerung aus ehemaligen Meeren. Vielmehr ist er entstanden aus Schottern und Sanden, die vor ca. 230 Millionen Jahren in breiten Fächern von Flüssen aus dem umliegenden Abtragungsgebiet des ehemaligen „Variskischen Gebirges“ angeliefert und in weiten Becken abgelagert worden sind. Der Buntsandstein ist stark geklüftet. Dadurch ist er auch ein guter Grundwasserspeicher, an dessen Basis zahlreiche Quellen entspringen, die zahlreiche Trinkwassergewinnungsanlagen speisen.
Zwischen dem Buntsandstein der Islek-Vorstufe und den unterdevonischen Tonschiefern des Isleks besteht eine große Zeitlücke, das heißt es fehlen Ablagerungen aus einem Zeitraum von ca. 160 Millionen Jahren. Während dieser Zeit war dieses Gebiet Festland. Deshalb konnte entweder kein Meer oder keine Seen Sedimente ablagern, oder diese wurden durch frühere Erosionen wieder abgetragen.