Bitburger Gutland, © V. Teuschler

Das Bitburger Gutland

El Dorado der Landwirtschaft

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Die geografische Mitte des Naturparks Südeifel bildet das Bitburger Gutland , was wesentlich milder und trockener ist als der Islek. Hier ziehen sich weite Felder und Wiesen mit Streuopbst hin. Wegen der klimatischen Gunst und des kalkreichen Gesteins fühlen sich hier auch Pflanzen- und Tierarten wohl, die eigentlich im Mittelmeergebiet heimisch sind.

Die fruchtbaren Böden des Bitburger Gutlands haben schon vor 6000 Jahren hier die ersten Siedlungen ermöglicht. Viele Zeugen längst vergangener Besiedlung begeistern heute nicht nur den Archäologen.

Geologie des Bitburger Gutlands

Südlich an die Islek-Vorstufe schließt sich das Mettendorfer Stufenland als Teil des Bitburger Gutlandes an. Die das Bitburger Gutland aufbauenden Gesteine stammen aus dem Erdmittelalter: Unterer, Mittlerer und Oberer Muschelkalk, Unterer, Mittlerer und Oberer Keuper und Oberer Buntsandstein.
Die grauen bis gelblichen Kalksteine und Dolomite des Oberen und Unteren Muschelkalks bilden steile Hänge, während die mehr mergeligen und daher weicheren Gesteine des Mittleren Muschelkalks oft flach geneigte Hänge bilden. Im mittleren Teil sind mächtige Gips- und Anhydritlager eingeschlossen.
Die Mergel des Mittleren Muschelkalks bilden den Stauhorizont für den im stark zerklüfteten Oberen Muschelkalk versickernden Niederschlag. Zahlreiche Quellen entspringen daher im Muschelkalk; sie dienten früher und zum Teil noch heute der öffentlichen Wasserversorgung.
In vielen Steinbrüchen, von denen einige noch heute in Betrieb sind, wird Kalkstein für Industrie und Straßenbau gewonnen und erlauben einen guten Einblick in die Schichtenfolge.
Über dem Muschelkalk wurden die Schichten des Keupers abgelagert. Auch bei diesem unterteilt man in einen unteren, mittleren und oberen Abschnitt. Es sind vorwiegend Tonsteine, in die Sand- und Kalksteine aber auch Mergel eingelagert sind. Alle Schichten sind auffallend gefärbt: braun, rotbraun, violett und grün.
Da die Tonsteine wesentlich weicher sind als die Sandsteine, z. B. der Buntsandstein, und keine Klüfte haben, werden sie auch leichter erodiert, da die Niederschläge nicht versickern können. Daher bilden die Keuper-Tone fast immer flachgeneigte Hänge. Gleichzeitig bilden sie als Unterlage für den stark grundwasserführenden Luxemburger Sandstein den Stauhorizont für das nach unten sickernde Grundwasser. Zahlreiche Quellen treten daher im gesamten Naturpark Südeifel auf.

Infolge starker geologischer Störungen wird das Mettendorfer Stufenland von Schichten des Unteren Muschelkalkes bis zum Mittleren Keuper aufgebaut. Die Störungslinien werden senkrecht von den nahezu Nord-Süd verlaufenden Flusstälern geschnitten. Hieraus entsteht eine Vergitterung der Störungs- und der Tallinien, was die Herausmodellierung eines unruhigen, kuppigen bis hügeligen Reliefs zur Folge hat. Dadurch, dass an der Oberfläche eine Vielzahl von Gesteinen mit unterschiedlicher Verwitterungsbeständigkeit aneinandergrenzen, sind eine Fülle kleiner Schichtstufen mit verschiedener Orientierung der Oberflächen entstanden.
Bedingt durch die verschiedenartigen Ausgangsgesteine – Tonsteine, Tonschiefer, Mergel, Dolomit, Kalkstein und Kalksandstein – variieren die Bodenverhältnisse stark. Vorwiegend sind Braunerden und Rendzinen mit Lößlehm entwickelt, dazu Pelosole und Rigosole, bei denen Lehm- und Tonböden vorherrschen. Bei geringer Bodenmächtigkeit an Hangschultern und auf Kuppen kann auch der Skelettanteil, besonders bei den Rendzinen, sehr hoch sein.
Durchweg sind die Böden fruchtbar und gut zu bearbeiten, so dass, verbunden mit dem günstigen Gutlandklima, eine nahezu waldfreie Ackerbaulandschaft entstanden ist. Eindeutig überwiegt der Getreideanbau, insbesondere Weizen, auch Gerste. Dazu kommt in stärkerem Maße der Anbau von Mais; auch Feldfutter und Rüben sind vertreten.

Bei den wenigen, inselhaft über das Gebiet verteilten Waldstandorten handelt sich um Bauernland, vorwiegend Buche und Eiche, wenig Nadelhölzer. Die mittlerweile nicht mehr genutzten Steilhänge besitzen Steppenheidecharakter mit Halbtrockenrasen und mit auf Lesesteinzeilen angesiedelten Gebüschen wärme- und Trockenheit liebender Arten.

Das eigentliche Zentrale Bitburger Gutland fällt durch seine leicht gewölbten Kuppen und sanft abfallenden Hänge auf. Die Hochflächen erreichen bis zu 400 m über NN, wobei sich die Flusstäler bis zu 150 m tief in diese flachwellige Landschaft einschneiden. Für die Böden und die landwirtschaftliche Nutzung gilt das Gleiche wie beim Mettendorfer Stufenland.

Eine weitere Untereinheit des Bitburger Gutlandes stellt das Untere Nimstal dar. Dieser Talabschnitt der Nims verläuft im Naturparkgebiet in Nord-Süd-Richtung am östlichen Fuße der 120-150 m hoch steil aufragenden Liassandsteinstufe des Ferschweiler Plateaus. Sie zeigt sich als mehrere hundert Meter breite Talniederung, die nach Osten und Norden allmählich in die Gutlandhochflächen übergeht.
Der Talboden besteht aus Schwämmfächern der Nims. Der Westrand wird teils von Rhätsandstein des Oberen Keupers, teils von Hangschutt des Luxemburger Sandsteins gebildet. Den östlichen Teil bauen Tone und Mergel des Mittleren Keupers auf. Da diese Mergel in trockenem Zustand eine Weißfärbung aufweisen, wird dieser Talabschnitt der Nims auch „Weißland“ genannt.
Die Nims pendelt in weiten, sich z. T. verästelnden Bögen in ihrem eigenen Schwemm- und Aufschüttungsmaterial.
Auf den dunkelbraunen, schweren Lehmböden breitet sich vorwiegend Grünland aus; auch Feldfutteranbau ist vorhanden.

An der zentral gelegenen Teillandschaft des Bitburger Gutlandes, der Bitburger Keuperhochfläche, hat der Naturpark einen nur sehr geringen Anteil im äußersten Osten. Diese Landschaft zeigt sich als schwach reliefierte Hochfläche zwischen Höhen von 320 m im Westen und 380 m im Osten.

Die Gilzemer Hochfläche und das Trierweiler Gutland – auch Teillandschaften des Gutlandes – ragen ebenfalls nur mit einem geringen Flächenanteil in den südlichsten Teil des Naturparks hinein.