Ausgewählte Projeke 2025
Im Jahr 2025 hat der Naturpark Südeifel Projekte neu begonnen, fortgeführt und abgeschlossen. Eine Auswahl der Projekte stellen wir hier vor. Eine Gesamtübersicht der Projekte aus dem Jahr 2025 bietet unser Jahresbericht, der weiter unten heruntergeladen werden kann.
Monitoring Feuersalamander im Naturpark Südeifel
Feuersalamander und Molche in der rheinland-pfälzischen Eifel sind von einem Hautpilz bedroht. Der Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) breitet sich nach der Infektion auf der Haut der Tiere aus und „frisst“ Löcher hinein. Die Tiere sterben innerhalb weniger Tage. Bsal wurde erstmals 2017 bei Feuersalamandern und Molchen in Rheinland-Pfalz (Eifel) nachgewiesen. Mittlerweile wurde das Pathogen nicht nur bei Feuersalamandern, sondern bei allen einheimischen Molcharten und der Geburtshelferkröte dokumentiert. Um zu überprüfen, ob auch Tierbestände im Naturpark Südeifel vom Bsal-Hautpilz betroffen sind, hat der Naturpark Südeifel die Universität Trier mit einem Monitoring der heimischen Schwanzlurche beauftragt. Aufgrund der Trockenheit im Frühjahr 2025 konnte das Monitoring nicht vollständig durchgeführt werden, die Ergebnisse werden daher erst 2026 vorliegen.
Fledermaustunnel in Irrel
Im stillgelegten Bahntunnel Irrel ist neben Wasserfledermaus und Kleiner Bartfledermaus aus der Gattung der Mausohren auch ein Vorkommen der in Rheinland-Pfalz vom Aussterben bedrohten Fledermausart Große Hufeisennase nachgewiesen worden. Durch geeignete Schutzmaßnahmen und Einbringen geeigneter Hangplätze soll die Biotopfunktion des Tunnels als Fledermausquartier verbessert und damit u. a. diese Population langfristig gesichert werden. In 2025 wurden die baulichen Maßnahmen umgesetzt, wie etwa Rodungsmaßnahmen, Bodenbearbeitung, Herstellung und Einbau einer artgerechten, zerstörungsresistenten Vergitterung des Tunneleingangs etc. Zukünftig soll ein jährliches Monitoring stattfinden um den Bestand zu erfassen sowie die Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen zu überprüfen.
Ausstellung "Augenblick Natur"
In der Nähe der Hängebrücke bei den „Irreler Wasserfällen“ gibt die Outdoor-Ausstellung „Augenblick Natur“ seit Mai 2025 Einblicke in die vielfältige Tierwelt des Naturpark Südeifel. Auf 7 Tafeln sind 14 qualitativ hochwertige Fotos von Tierarten zu sehen, die im Naturpark leben. Die ästhetischen und professionellen Fotos wurden alle von Fotografen der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) angefertigt. Ziel ist es mit diesen Fotos und kurzen Begleittexten den Gästen und Einheimischen einen Ausschnitt aus der besonderen Tierwelt des Naturparks zu zeigen und sie für die Einzigartigkeit der biologischen Vielfalt und den Schutz der Lebensräume dieser Tiere zu sensibilisieren. Die Ausstellung wird von den Gästen gut angenommen aufgrund der gelungenen Fotografien und der ausgewählten Motive. Die Ausstellung „Augenblick Natur“ hat der Naturpark Südeifel in Kooperation mit der GDT, Regionalgruppe 6 – Hessen, Pfalz, Saarland konzipiert und umgesetzt. Unterstützt wird das Projekt vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität sowie der Verbandsgemeinde Südeifel. Das Foto von einem Steinkauz auf der Titelseite des Jahresberichts gehört ebenfalls zu der Ausstellung.
LEADER Modellprojekt Naturparkbus Südeifel – mehr Klimaschutz und Komfort in der Freizeitmobilität
„Naturparkbus Südeifel“ soll als Starterprojekt aus dem Naturparkplan im Bereich der nachhaltigen Mobilität im Naturpark Südeifel u.a. zu mehr Klimaschutz und Komfort in der Freizeitmobilität beitragen und dies gleichermaßen für Gäste und Einheimische. Die Anbindung der Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Naturpark Südeifel an den ÖPNV soll attraktiver gestaltet werden. Vorhandene Buslinien des Verkehrsverbund Region Trier (VRT) mit Anschluss an besonders viele Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten im Naturpark Südeifel sollen als „Naturparkbus Südeifel“ beworben werden und im Bereich der saisonalen Taktung attraktiver werden.
Im Rahmen der Projektentwicklung erfolgte bereits eine Gis-gestützte Auswertung für die Linienauswahl anhand von touristischen Hotspots, Sehenswürdigkeiten, Wander- und Radwegen sowie barrierefreien Freizeitangeboten. Als besonders gut geeignet wurden die Linien 431 (Irrel und Ferschweiler Plateau) und die Linie 423 (Irrel und Neuerburg) bewertet. Auch die Zubringerlinien 420 und 410 in den Naturpark Südeifel von Trier und Bitburg kommend, sollen in das Projekt einbezogen werden, wie auch die Linie 460 Richtung Arzfeld. In dieser Linienauswahl sind auch die touristischen Hotspots Hängebrücke Irreler Wasserfälle, Teufelsschlucht und Dinosaurierpark eingebunden. Zudem soll auf Grundlage der aktuellen Besucherzählungen an der Hängebrücke und in der Teufelsschlucht an Sonn- und Feiertagen in der Hauptsaison eine stündliche Taktung ausgebaut und zunächst temporäre Bushaltestellen an der Hängebrücke Irreler Wasserfälle und am Dinosaurierpark/Teufelsschlucht eingerichtet werden. Im Rahmen der Projektvorbereitung wurden bereits intensive Abstimmungen vorgenommen mit den Verantwortlichen für den ÖPNV im Naturpark, wie u.a. Kreisverwaltung und VRT, um eine bestmögliche Machbarkeit des Projektes zu erreichen. Um das Starterprojekt „Naturparkbus Südeifel“ umsetzen zu können, hat der Naturpark Südeifel im September 2024 einen Antrag für die LEADER-Förderphase 2023-2027 eingereicht, der am 26. Juni 2025 bewilligt wurde. Der Umsetzungszeitraum endet am 31.03.2028. In 2025 wurde die Agentur markenmut damit beauftragt eine Kommunikationsstrategie zu erstellen sowie eine Analyse und Recherche zu einer möglichen Naturpark-Card durchzuführen. Darüber hinaus soll statt Flyern ein digitaler Infoguide entworfen werden von markenmut, der die wichtigsten Informationen rund um den Naturparkbus bereitstellt. Das digitale Format ist ideal für die Nutzung auf mobilen Geräten und zur Verbreitung über Website, Social Media oder QR-Codes. Der Infoguide übernimmt die inhaltliche Funktion eines Flyers – Fahrpläne, Routen, Hinweise und Highlights entlang der Strecke werden angezeigt. Außerdem wurde ein Leitsystem bei Matthias Irle in Auftrag gegeben, damit die Sehenswürdigkeiten an den ÖPNV angebunden werden.
Nach Abgleich der Daten wurden aus gesamt 49 Haltestellen 18 Haltestellen zur weiteren Bearbeitung selektiert (inkl. der beiden temporären Haltestellen Wasserfälle und Teufelsschlucht). Durch die Anbindung an die Wanderwege entfaltet der Naturparkbus sein gesamtes Potential. Mit VRT und Kreisverwaltung wurden erste Entwürfe zum Leitsystem abgestimmt. Parallel wurde die Kommunikationsstrategie mit dem VRT abgestimmt.
