„Natur schützt Klima – Klima schützt Natur“

Gemeinsames Themenjahr 2020/2021 der Nationalen Naturlandschaften Rheinland-Pfalz

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„Natur schützt Klima – Klima schützt Natur“: Umweltministerin gibt Startschuss für erstes gemeinsames Themenjahr der neun Nationalen Naturlandschaften des Landes.

„Geheimnisvolle Wälder, die Wildkatze, Luchs und Schwarzstorch einen wertvollen Rückzugsraum bieten, raue Moorlandschaften, Streuobstwiesen und Weinhänge: Die neun Nationalen Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz sind einmalige Naturschätze und bedecken rund ein Drittel unserer gesamten Landesfläche. Unsere Hotspots der Artenvielfalt schützen etwa mit ihrem Wald als CO2-Speicher das Klima – werden durch die Erderwärmung jedoch gleichzeitig bedroht. Um die Zusammenhänge zwischen Natur- und Klimaschutz herauszustellen, haben sich die sieben Naturparke, der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erstmals zusammengeschlossen: Gemeinsam starten sie in das Themenjahr ‚Natur schützt Klima – Klima schützt Natur‘, um mit ihren vielfältigen Veranstaltungen im ganzen Land über ihre Arbeit für Naturschutz und Klimaschutz zu informieren“, sagte Umweltministerin Ulrike heute anlässlich des offiziellen Starts des gemeinsamen Vorhabens. 

Klimawandel verschärft Verlust der Artenvielfalt

Aktuell liegt der weltweite Biodiversitätsverlust laut Weltbiodiversitätsrat zehn- bis 100-fach höher als der durchschnittliche Verlust in den letzten zehn Millionen Jahren – Tendenz steigend. Eine Ursache dafür ist auch der Klimawandel. Die „Roten Listen“ für Rheinland-Pfalz unterstreichen: Der Klimawandel verschärft den Verlust von heimischen Tier- und Pflanzenarten. So sind rund 65 Prozent der Schmetterlinge bedroht, darunter auch Allerweltsarten wie Zitronenfalter oder Admiral. Der Grasfrosch und die Gelbbauchunke sind um 90 Prozent zurückgegangen. Der Verlust der biologischen Vielfalt führe zu einer verringerten Anpassungsfähigkeit der Natur, so Höfken und erklärte: „Naturschutz ist ohne Klimaschutz nicht möglich – und umgekehrt. Nur wenn wir das Klima schützen, sichern wir langfristig unsere Artenvielfalt.“

Einzigartigkeit jedes Schutzgebietes steht im Mittelpunkt

In den Nationalen Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz können Besucherinnen und Besucher live und lokal erleben, wie die Natur das Klima schützt und das Klima die Natur. Die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz koordiniert das aktuelle Themenjahr. Klimadinner, Trekkingcamps, Ausstellungen zum Insektensterben: Unter Beachtung der Corona-Hygienevorschriften bieten die Schutzgebiete eine Vielzahl regionaler Angebote „direkt vor der Haustür“. „Die Einzigartigkeit jeder Nationalen Naturlandschaften wird in vielen Naturerlebnis- und Erholungsangeboten erlebbar. Sie schützen Klima, Umwelt und Landschaft. Sie zeigen als Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung, wie ein zukunftsfähiges Zusammenspiel von Mensch und Natur aussehen kann. Schutz der Arten- und Biotopvielfalt und zugleich umweltgerechte Wirtschaftsweisen stehen hier im Mittelpunkt zum Nutzen für Mensch und Natur“, so Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparkes Saar-Hunsrück, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Naturparke in Rheinland-Pfalz und Vizepräsidentin des Verbandes deutscher Naturparke.

Nationale Naturlandschaften sichern unsere Lebensgrundlage

Die neun Schutzgebiete haben die gesetzliche Aufgabe, als Vorreiter-Regionen eine nachhaltige regionale Entwicklung voranzubringen und so eine umwelt- und klimagerechte Landnutzung zu entwickeln. „Um unsere Naturschätze zu sichern, unterstützen wir vielfältige Klimaschutzprojekte, etwa die Renaturierung von Quell- und Hangmooren als CO2-Senke im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Dazu erhalten die Naturparke und das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen rund 2,1 Millionen Euro Landesmittel. Damit können sie die wichtige Arbeit für den Erhalt unserer Lebensgrundlage sichern“, sagte die Ministerin und kündigte an: „Die neun Nationalen Naturlandschaften werden ihre Zusammenarbeit durch gemeinsame Themenjahre auch in Zukunft weiterführen.“

Themenjahr im Naturpark Südeifel

Das gemeinsame Themenjahr wird auch im Naturpark Südeifel mit Projekten und Veranstaltungen umgesetzt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Rahmen der Projekte „Naturpark Schule“ und „Naturpark Kita“, die der Naturpark Südeifel gemeinsam mit dem Naturpark Nordeifel realisiert, werden Klimaschutz und Nachhaltigkeit den Kindern näher gebracht. Zudem vermittelt das Naturparkzentrum Teufelsschlucht mit seinen Angeboten Themen der Nachhaltigkeit, wie etwa Abfallvermeidung und Abfallverwertung im sogenannten Outdoor-Training für Mülldetektive. Ebenfalls in der Teufelsschlucht erleben Kinder ab zehn Jahren die Natur auf eine neue Art und Weise, wenn sie auf einer Nachtwanderung den Felsenwald erkunden, Grund- und Vorschulkinder erfahren mit allen Sinnen auf spielerische Art und Weise, wie beispielswiese der Wald schmeckt und der Boden riecht. Wer eine Auszeit vom Alltag sucht ist beim Waldbaden genau richtig, dort wird die wohltuende Wirkung des Waldes erlebbar. Die Angebote des Naturparkzentrums Teufelsschlucht sind unter www.teufelsschlucht.de buchbar.

Wie der Klimawandel den Wald beeinflusst zeigt Förster Martin Lotze während einer Wanderung im Naturpark zum Thema „Klimawandel heißt Waldwandel“ am 20.09.2020 ab 14 Uhr. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz am Holsthumer Sportplatz. Eine Anmeldung ist erforderlich unter martin.lotze@wald-rlp.de.

Darüber hinaus engagiert der Naturpark Südeifel sich in der regionalen Entwicklung als Gesellschafter der Regionalmarke EIFEL, um regionale Wertschöpfungsketten und Kreisläufe zu unterstützen. Dazu zählt auch der Erhalt der Streuobstwiesen als bedeutsame Landschaftselemente. Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Schaffung von ansprechenden und barrierefreien Erholungsangeboten für Einheimische und Gäste, um den Urlaub vor der Haustür attraktiv zu gestalten und eine Alternative zum Verreisen zu bieten.

Hintergrund:

Die neun Nationalen Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz bedecken 32 Prozent der Landesfläche. Zu ihnen zählen verschiedene Schutzgebiete. Im Einzelnen:

  • der Nationalpark Hunsrück-Hochwald
  • das UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und
  • die sieben Naturparke Nordeifel, Südeifel, Saar-Hunsrück, Nassau, Soonwald-Nahe und Rhein-Westerwald sowie der Natur- und UNESCO-Geopark Vulkaneifel.

Mit einem gemeinsamen Internetauftritt und dem Magazin „Rheinland-Pfalz naturreich – neun besondere Naturlandschaften im Herzen Europas“ machen die Schutzgebiete unter einem Dach auf das Themenjahr und ihr Angebot aufmerksam unter:  www.nationale-naturlandschaften-rlp.de