Mikro- und Nanoplastik in Umwelt und Körper
Wie wir unbewusst Plastikpartikel aufnehmen – und was jeder dagegen tun kann
Mikroplastik (Partikel <5 mm) und Nanoplastik (noch deutlich kleiner, meist im Nanometerbereich) entstehen durch den Zerfall größerer Plastikprodukte oder gelangen direkt als winzige Partikel in die Umwelt, etwa aus Kosmetika, Textilien oder Reifenabrieb. Diese Partikel sind heute nahezu weltweit nachweisbar: in Böden, Flüssen, Meeren, der Luft und sogar im Trinkwasser. Besonders sichtbar werden die Plastikabfälle nach Hochwassern, wie etwa 2021 im Naturpark Südeifel. Zunehmend gelangen Plastipartikel auch in die Nahrungskette und damit in den menschlichen Körper. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind noch nicht abschließend erforscht, doch es gibt Hinweise darauf, dass Mikro- und Nanoplastik Entzündungen fördern, Zellen schädigen und möglicherweise hormonelle Prozesse beeinflussen können. Besonders besorgniserregend ist, dass Nanoplastik aufgrund seiner winzigen Größe biologische Barrieren überwinden kann, wie z.B. die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor dem Eindringen von Krankheitserregern oder Giften schützt.
Doch es gibt Möglichkeiten wie wir Mikroplastik im Alltag deutlich reduzieren können. Beispielsweise setzen Kunstfasern wie Polyester beim Waschen Mikrofasern frei, Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen oder Wolle sind hier die bessere Wahl. Niedrigere Temperaturen, volle Waschtrommeln und spezielle Waschbeutel reduzieren den Faserabrieb. Nach ein paar Wäschen können die im Waschbeutel aufgefangenen Teilchen einfach im Hausmüll entsorgt werden. Auch in vielen Kosmetika wird Mikroplastik verwendet, mittlerweile gibt es aber Naturkosmetik ohne Inhaltsstoffe wie „Polyethylen (PE)“ oder „Polypropylen (PP)“. Darüber hinaus verringern wiederverwendbare Produkte wie Trinkflaschen, Einkaufsbeutel und Brotdosen aus Glas oder Edelstahl die Aufnahme von Plastik in den Körper. Jede bewusste Entscheidung hilft dabei, die Menge an Mikroplastik in der Umwelt und damit auch in unserem Körper langfristig zu reduzieren. Oft werden z.B. PET-Flaschen achtlos in der Natur entsorgt, diese können aber nicht vollständig abgebaut werden. Sie zerfallen in Mikro- und Nanoplastik, das sich dann auch im Naturpark Südeifel in Gewässern und Böden anreichert und so in den Nahrungskreislauf gelangt.
