Die Vielfalt unserer zahlreichen Pflanzen und Tiere kennenlernen

Die große Königslibelle – eine elegante bunte Bewohnerin der Südeifel.

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Etwa acht Zentimeter Körperlänge, eine Flügelspanne bis zu elf Zentimetern und ein auffallend buntes äußeres Erscheinungsbild – die große Königslibelle (Anax imperator) ist kaum zu übersehen. Sie ist eine der größten und häufigsten Libellen in Deutschland, auch im Naturpark Südeifel ist sie anzutreffen. 

Anax imperator überwintert im Larvenstadium. Die Larven halten sich bevorzugt in warmen Bereichen mit Unterwasservegetation auf und suchen erst zum Schlupf beschattete Röhrichte in der Uferregion auf. Die Entwicklungszeit der Larve beträgt je nach Eiablagezeitpunkt und Wassertemperatur 1-2 Jahre, die Schlupfzeit reicht von Mitte Mai bis Juni. Die beeindruckenden Libellen fliegen von Mai bis September an Kleingewässern die reich an Pflanzen sind, aber auch an Tümpeln und Seen. An Gartenteichen ist sie ebenfalls oft zu Gast. Der Vorderleib ist bei beiden Geschlechtern einfarbig grün. Der Hinterleib des Männchens ist leuchtend hellblau mit einem schwarzen Längsband, der des Weibchens ist eher blaugrün mit einem mehr dunkelbraunen Längsband. Libellen sind in der Lage, alle vier Flügel unabhängig voneinander zu bewegen und damit sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung blitzschnelle Wendemanöver auszuführen. Durch diese Fähigkeit können sie spektakuläre Flüge vollführen und uns immer wieder in Erstaunen versetzen.

Lange war der Irrtum verbreitet, dass Libellen stechen und mit einem Stich einen Menschen töten können. Diese Annahme kommt auch in irreführenden älteren Bezeichnungen wie „Teufelsnadeln“ und „Augenstecher“ zum Ausdruck, dabei besitzen Libellen gar keinen Stachel. Tatsächlich ernähren sie sich vielfach von Mücken und Fliegen, auf diese Weise tragen sie zur biologischen Schädlingsbekämpfung bei. Leider sind zwei Drittel der in Mitteleuropa heimischen Libellenarten gefährdet, ein Fünftel ist sogar vom Aussterben bedroht. Ursache ist die Veränderung und Zerstörung der libellentypischen Lebensräume wie Moore, Röhrichte und andere Feuchtbiotope. Wichtige Schutzmaßnahmen für Libellen sind deshalb der Verzicht auf Pestizide und Dünger besonders in Gewässernähe und die Renaturierung von Bächen und Seen.

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