Gartenkultur-Eifel November

Die richtige Schnittpflege für Obstbäume und Beerensträucher.

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Der Naturpark Südeifel möchte Anregungen geben, wie ein Garten im Sinne einer Gartenkultur Eifel gestaltet werden kann: zeitgemäß, pflegeleicht, regionaltypisch, tierfreundlich, natürlich und barrierefrei.

Diesmal steht in der Serie „Gartenkultur-Eifel“, die einmal im Monat erscheint, die Schnittpflege von Obstbäumen und Sträuchern im Mittelpunkt. Der Obstbaum ist eine Kulturpflanze und benötigt entsprechende Pflege. Der fachgerechte Schnitt des Obstbaumes wirkt sich positiv auf die Qualität des Obstes aus und verlängert die Lebensdauer des Baums. Wichtig ist die Entfernung von Trieben und Ästen, die ins Kroneninnere wachsen, damit die Belichtung der Blätter und Früchte verbessert wird. Abgetragenes (hängendes) Fruchtholz sollte immer entfernt werden, die einjährigen Triebe jedoch nicht angeschnitten werden. Ziel ist es, ein harmonisches Gleichgewicht von Triebwachstum und Fruchtbildung zu erreichen. Dazu trägt auch das Auslichten von sehr dichten Kronen mit einer scharfen Säge bei. Es werden immer nur Äste entfernt, die in direkter Nachbarschaft zu mindestens einem jungen Trieb stehen (auf einen jungen Trieb ableiten). Dieser junge Trieb darf nicht zu dünn sein, er sollte mindestens ein Drittel vom Umfang des älteren Astes besitzen, damit er die zusätzlichen Nährstoffe aufnehmen kann. Ist dies nicht möglich, können sich im darauffolgenden Jahr viele neue Triebe an der Stelle bilden und die Auslichtung der Baumkrone muss in immer kürzeren Abständen vorgenommen werden. Nützliche Tipps zur Schnittpflege und den dafür geeigneten Werkzeugen gibt es in der Broschüre „Rettet die Streuobstwiesen“, die auf www.naturpark-suedeifel.de zu finden ist.  Außerdem zeigen auf der Website drei Videos anschaulich, wie die Schnittpflege funktioniert.

Beerensträucher benötigen ebenso wie Obstbäume einen Schnitt, damit der Ertrag nicht abnimmt, die Qualität der Früchte gut ist und die Pflanze gesund bleibt. Der Schnittzeitpunkt für den Sommerschnitt ist unmittelbar nach der Ernte, der geeignete Zeitpunkt für den Winterschnitt ist der Spätwinter bis März, bevor der Austrieb beginnt. Die abgetragenen Ruten von Himbeeren und Brombeeren werden bodennah abgeschnitten. Die auszulichtenden Triebe von Johannisbeeren und Stachelbeeren so tief wie möglich schneiden. Generell werden zu dicht stehende Ruten und die, die zu sehr nach innen wachsen, ausgelichtet.

Der Rückschnitt kann direkt für den Aufbau einer Benjeshecke genutzt werden. Die Benjeshecke ist beispielsweise für Vogelarten wie Amsel und Zaunkönig ein guter Rückzugsort. Aber auch kleine Säugetiere (Igel und Siebenschläfer), Reptilien (Zauneidechse), Amphibien (Erdkröte) oder Insekten (Wildbienen) fühlen sich in der die Benjeshecke wohl. Sie sorgen als Nützlinge für einen schädlingsfreien Garten. Eine Benjeshecke besteht aus locker aufgehäuften Ästen und Zweigen, die durch im Boden eingebrachte Holzpfähle befestigt und dadurch stabil werden. Alternativ dazu ist es auch möglich, kleine Bäume als Stabilisatoren zu pflanzen. Die Pfähle müssen dem später in die Zwischenräume geschichteten Totholz genug Stabilität verleihen, damit sorgfältig geschichtet werden kann. Der Gehölzschnitt sollten möglichst aus Hartholz bestehen, passend sind etwa Buche und Eiche. Es ist empfehlenswert, unten größere Äste zu verwenden, um Igeln genügend Wohnraum anzubieten.

Tipp: Mein barrierefreier Garten

Mit der richtigen Pflanzwahl (siehe Beitrag Oktober 2021) und mit dem richtigen Werkzeug können Rollstuhlfahrer einen Teil des Rückschnitts selber erledigen. Hierzu eignen sich die genannten Sträucher und Spalierobst. Für die Schnittpflege höherer Obstbäume kann professionelle Hilfe oder Hilfe aus der Nachbarschaft hinzugezogen werden.

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