Gartenkultur-Eifel im Mai

Blütenvielfalt fürs Auge, Gemüse und Kräuter zum Naschen

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Der Bauerngarten ist in der Eifel bekannt für eine bunte Mischung aus Zier- und Nutzpflanzen. Die vielen Formen und Farben und das Gemisch aus Düften und Aromen bieten die Möglichkeit, sehr naturnah zu Gärtnern. Aber aufgepasst: Der Bauerngarten sieht zwar natürlich aus, aber ist ein geordneter Raum, der gut geplant werden muss.

Als Gartenstil ist der Bauerngarten an den Schul- oder Klostergarten angelehnt, der früher vor allem zur Selbstversorgung genutzt wurde. Auf engem Raum wuchsen Nahrungspflanzen neben Heilkräutern und Zierpflanzen. Obwohl der Platz knapp begrenzt war, musste der Garten das ganze Jahr über Ertrag bringen, deshalb musste die Bepflanzung gut durchdacht sein. Zudem wurde schon damals darauf geachtet, dass eine Mischkultur vorhanden ist, also gute Nachbarn gepflanzt werden, damit die Pflanzen gut gedeihen statt sich gegenseitig zu hemmen. Wichtig ist der richtige Standort der Beete, damit die Pflanzen gut gedeihen können. Geeignet ist eine sonnige bis halbschattige Lage ohne zu viel Wind. Der Boden sollte nährstoffreich sein und feucht bis mäßig trocken, Staunässe sollte vermieden werden. Der Bauerngarten zeichnet sich aus durch die Kombination aus Gemüse- und Kräuterecken mit bunten Blumenbeeten. Diese Mischkultur fördert die Boden- und Pflanzengesundheit. Als Nutzpflanzen können beispielsweise Möhren und Stangenbohnen angebaut werden, Sonnenblumen und Flieder bringen leuchtend bunte Farbtupfer in den Bauerngarten. Heilpflanzen und Kräuter wie Pfefferminze, Fenchel, Thymian und Rosmarin runden das mannigfaltige sensorische Erlebnis ab, darüber hinaus können sie genascht werden und die heimische Apotheke ergänzen. Der Bauerngarten trägt somit zur Selbstversorgung bei.

Der klassische Bauerngarten hat einen quadratischen Grundriss, der durch ein Wegkreuz geteilt wird. Auf jeden Fall folgt die Anlage einem schlichten geometrischen Muster. Die Felder sollten nicht zu tief sein, damit sie noch gut bearbeitet werden können, 1,20 Meter ist ideal. Im zentralen Punkt, dem Rondell, wird häufig ein rundes Beet angelegt, es kann dort aber auch ein Obstbaum stehen oder ein Rosenrondell. Es bietet sich auch an, im Zentrum einen Brunnen zu installieren. Meist wird der Bauerngarten mit einem einfachen Latten-, Staketen-, oder Weidezaun umgrenzt, um Wild- und Haustiere aus den Beeten fernzuhalten. Das Eingangstor kann beispielsweise mit einem Rosenstrauch umrahmt werden. Doch nicht nur der Garten selbst wird durch einen Zaun oder eine Hecke eingefriedet, auch die einzelnen Beete erhalten eine klare Umrandung, etwa mit niedrigen Mäuerchen aus Naturstein. Klassisch ist eine Einfassung mit Buchsbaum, aber wegen der rasanten Ausbreitung des Buchsbaumzünslers, der der in kürzester Zeit große Buchsbaumbestände zerstören kann, sind Alternativen wie eine niedrige Natursteinmauer, eine Holzeinfassung oder robuste, niedrigwachsende Stauden empfehlenswert wie Thymian und Ehrenpreis, auch Gamander genannt.

Die Wege werden im Bauerngarten nicht versiegelt, um den natürlichen Charakter zu erhalten und eine Regenversickerung zu ermöglichen. Eine kostengünstige Lösung ist ein Rasen- oder Kiesweg, praktisch ist Rindenmulch, da er leicht verteilt und aufgefüllt werden kann. Zudem können die im Herbst abgeschnittenen Äste geschreddert und auf dem Weg verwendet werden. Dieser Gartenstil bietet viele individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Jeder Bauerngarten kann anders aussehen, er lebt besonders von seiner Üppigkeit, die auch den Insekten und Vögeln zu Gute kommt.

Tipp: Mein barrierefreier Garten

Der Bauerngarten kann auch barrierefrei angelegt werden. Der Wegebelag sollte aus einer wassergebundene Wegedecke oder Pflaster bestehen. Der Weg sollte mindestens 90 cm breit sein, die Steigung maximal 6 Prozent auf einer Strecke von 10 m betragen. Die einzelnen Beete können als Hochbeet angelegt werden. Beim Garteneingangstor ist darauf zu achten, dass es auch vom Rollstuhl aus Rollstuhl leicht zu öffnen ist. 

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