Schweineställe

Ernzen

Inhalte teilen:

Das eng eingeschnittene Tal unweit von Ernzen, das den ungewöhnlichen Namen "Schweineställe" trägt, wird von beeindruckenden Sandsteinfelsen gesäumt. Hier herrscht eine verwunschene Atmosphäre. Noch heute ist an den Felswänden sichtbar, dass die Schlucht früher als Steinbruch diente, und so erinnert auch das Kreuz, das am unteren Eingang der Schlucht in den Fels gehauen ist, an einen 1733 verunglückten Steinbrucharbeiter. Nach Friedrich Anton Jeger wird das Kreuz "Jegerkreuz" genannt. Den Weg durch diese Schlucht nahmen übrigens noch bis Ende der 50er Jahre die Arbeiter aus Ernzen, die in der Eisenhütte Weilerbach beschäftigt waren.

Nicht weit entfernt vom Jegerkreuz räkeln sich zwei sehr entspannte Schweine auf dem Boden. Sie sind das Werk des Bildhauers Roland Michel und beziehen sich natürlich auf den Namen der Schlucht. "Schweineställe" und "Schweigestelle" - beide Namen sind überliefert, und beide könnten das gleiche bedeuten: In früheren Zeiten trieben die Schweinehirten ihre Herden in die Wälder, wo sie Eicheln und Bucheckern fressen konnten. Die Schlucht mit den schmalen, leicht verschließbaren Zugängen war möglicherweise ein beliebter Weideplatz, sozusagen ein "Schweinestall". Und "Sweiga" bedeutet Althochdeutsch Weide, "stal" Stelle. So wäre die "Schweigestelle" eine Viehweide. 

Die Schlucht birgt aber noch mehr Geheimnisse: Weiter oberhalb ist in eine vorspringende Felswand seitlich des Weges die Inschrift ARTIONI BIBER in großen Buchstaben tief eingemeißelt. Artio ist der Name einer keltischen Jagdgöttin in Bärengestalt. Ob hier ein Einheimischer namens Biber in römischer Zeit sein Gelübde gegenüber der Artio erfüllt hat - vielleicht weil er Jagdglück hatte oder weil ihn Artio vor einer wütenden Bärin beschützt hat? Manche glauben, die Inschrift sei viel jünger, beweisen lässt es sich nicht. Eine wohl unzweifelhaft echte römische Inschrift ist links von Artios Namen nur schwach zu sehen: Unter einem eingeritzten Hammer, dem Zeichen des römischen Waldgottes Silvanus, steht der Name Tertius Tertinus Ursulus. Ursulus, das ist das "Bärchen" - ein netter Beiname...

Auf einen Blick

Öffnungszeiten

  • Vom 1. Januar bis 31. Dezember

    frei zugänglich

Ort

Ernzen

Kontakt

Steinkistengrab Schankweiler
An der Brücke
54668 Schankweiler
Telefon: (0049) 6525 933930
Fax: (0049) 6525 9339329

zur WebsiteE-Mail verfassen

Planen Sie Ihre Anreise

Route anzeigen per Google Maps

Reisen mit der Deutschen Bahn