Eine Initiative der Naturparke Südeifel und Nordeifel
Streuobstwiesen sind Landschaftsprägend für den Naturraum der Südeifel. Die Naturparke Süd- und Nordeifel haben im Jahr 2013 die Initiative „Rettet die Streuobstwiesen!“ gestartet, um die Öffentlichkeit auf den Zustand der Streuobstwiesen aufmerksam zu machen. Zum damaligen Zeitpunkt waren Schätzungen zufolge 70 bis 80 Prozent der Hochstammobstbäume in einem schlechten Zustand. Überalterung und Mistelbefall sind zwei der Probleme, die innerhalb von nur zwei bis drei Jahrzehnten zum Zusammenbruch der Bestände führen können. Erschwerend hinzu kommt der Wegfall des Branntweinmonopols, was eine Nutzung der Früchte als Brennobst unattraktiv macht. Aufgrund fehlender alternativer Absatzmöglichkeiten wird die Pflege der Baumbestände noch weiter vernachlässigt. Durch gezielte Verjüngung der Bestände sowie Neupflanzungen mit Kelterobstsorten, lassen sich die Bestände nicht nur retten, sondern es wird auch ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Landschaftsschutz geleistet. Deshalb unterstützen beide Naturparke Streuobstwiesenbesitzer mit:
Anträge auf Pflanzung und Schnittpflege von Hochstammobstbäumen bis zum 24.04.2026 möglich
Die Naturparke Südeifel und Nordeifel sind traditionelle Streuobstwiesenregionen. Besonders im Bitburger Gutland sind zahlreiche Brennereien sowie Ortslagen mit typischen Streuobstgürteln anzutreffen. Aber auch das Islek und die Prümer Kalkmulde sind gute Standorte die sich, besonders in Zeiten des Klimawandels, für Neuanlage und Erweiterung von Obstwiesen auszeichnen.
Die Naturparke Nord- und Südeifel bieten ab Frühjahr 2026 Beratungen an für Streuobstwiesenbesitzer hinsichtlich Schnittpflege von Hochstammobstbäumen und Pflanzung von neuen Obstbäumen. Die Naturparke übernehmen 80 Prozent der Kosten, sodass den Streuobstwiesenbesitzern günstige Leistungen seitens der Naturparke angeboten werden können. Der Eigenanteil dieser Beratung beträgt pro Fläche 36,00 Euro.
Sollte darüber hinaus ein Antrag auf Schnittpflegemaßnahmen gestellt werden, variiert der Eigenanteil abhängig vom Kronendurchmesser:
Wenn die Bäume stark von Misteln befallen sind, gibt es einen Aufschlag von 7,00 Euro pro Baum. Ein Abnahmeprotokoll für den Streuobsteigentümer ist nach der Schnittpflege inklusive. Die Entsorgung des Schnittguts ist nicht im Preis enthalten. Die Schnittpflegemaßnahmen werden im Winter 2026/27 durchgeführt. Falls gewünscht kann nach der Schnittpflege im Winter eine Nachpflege im Sommer erfolgen, der Eigenanteil für die Nachpflege beträgt 9,50 Euro pro Baum.
Die Pflanzung unter 500 Meter kostet Streuobstwiesenbesitzer 25,00 Euro pro Baum, über 500 Meter 28,00 Euro pro Baum. Darin enthalten sind:
Die Beratung sowie alle Maßnahmen werden von qualifizierten Obstbaumwarten durchgeführt. Für die genannten Maßnahmen kommen nur Flurstücke in Frage, die im rheinland-pfälzischen Teil des Naturpark Nordeifel oder im Naturpark Südeifel (in der VG Trier Land Langsur und Ralingen) liegen. Außerdem müssen neu angelegte Flächen mindestens 0,2 Hektar groß sein und eine Bestandsdichte zwischen 35 und 60 Bäumen pro Hektar aufweisen (= 7 bis 12 Bäume pro 0,2 Hektar). Bei der Schnittpflege im Bestand müssen Flächen ebenfalls mindestens 0,2 Hektar groß sein und eine Bestandsdichte zwischen 15 und 60 Bäumen pro Hektar aufweisen (= 3 bis 12 Bäume pro 0,2 Hektar). Gartenbäume werden nicht gefördert. Anträge auf Schnittpflege für den Winter 2026/27 und die Pflanzung von Hochstammobstbäumen im Herbst 2026 können während des Beratungstermins ausgefüllt oder vor der Beratung auf der Webseite des Naturparks heruntergeladen werden. Die Richtlinien, in denen weitere Förderkriterien zu finden sind, sind ebenfalls auf der Webseite hinterlegt. Eine Liste mit Sortenempfehlungen steht zur Verfügung, es können sich jedoch Änderungen ergeben, je nach Verfügbarkeit der Sorten.
Kontakt (bitte wenn möglich per E-Mail):
Für den Naturpark Nordeifel und für den nördlichen Bereich des Naturpark Südeifel oberhalb von Neuerburg: Obstbaumpflegerin Dr. Anna Röske, Telefon 06599 9279627, mobil 0173 4122953. E-Mail an baumpflege-roeske@mail.de
Für den südlichen Bereich des Naturpark Südeifel: Obstbaumpfleger Pablo Booz, mobil 0172 6343151. E-Mail an naturarbeitenbooz@gmx.net
Anmeldefrist bis 24.04.2026